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6. Haff- und Boddenrudern des BRC Ägir (10. – 12. August 2007)
    (aufgeschrieben und fotografiert von Siggi)


 

Durch den Wanderruderwart des BRC Ägir, Michael Gattschau (genannt Kalau), ist es mittlerweile zur guten Tradition geworden, neue Ruderreviere auf Haff und/oder Bodden im Küstenbereich kennen zu lernen.
Kalau warb somit bereits ab Juni 2007 für das 6. Haff- und Boddenrudern. Neben dem BRC Ägir waren auch Ruderinnen und Ruderer aus dem Friedrichshagener und dem Richtershorner Ruderverein zur Teilnahme auserkoren. Statt der ausgelobten Zielteilnehmerzahl von 22 Bootsplätzen nahmen letztendlich 11 RuderInnen, und zwar M. Gattschau, R. Gleditzsch, P. Schulz, H. Hoda, T. Lüdtke von Ägir, K. Schultze, R. Breitfelder, Th. + H. Schmidt vom FRV sowie I. Skole, S. Mantei vom RRV die Erkundungsfahrt in Angriff.

Diesmal sollte von Bergen aus in Sternfahrten der Kleine Jasmunder Bodden erkundet werden. Der Berichterstatter kann sich aus seiner Ruderjugendzeit in Greifswald an Wanderaktivitäten bei Lok Bergen erinnern. Offenbar muss nach der Wende der Rudersport in Bergen fast vollständig zum Erliegen gekommen sein, denn es war seitdem nichts mehr zu vernehmen. Dem nicht nachlassenden Engagement des Ruderkameraden Wolfgang Kalk war es letztendlich zu verdanken, dass der Verkauf des Bootshauses einschl. Grundstück, und damit das Aus des Rudersportes in Bergen, verhindert werden konnte. Insbesondere mit der Eingliederung der Ruderabteilung in die Sana Sportgemeinschaft konnte die Ruderei auf wirtschaftlich solide Füße gestellt werden. Wiederum vorrangig durch Wolfgang Kalk inszeniert, wurden ehemalige Ruderer und Neulinge für den Rudersport begeistert, so dass es derzeit 25 aktive Mitglieder gibt. Das Vereinshaus muss nach unserer Einschätzung einen Frischekurs erhalten haben, denn das gesamte Haus ist nach heutigen Standard modernisiert worden. Man kann dort mit einigen Leuten in einem separaten Raum sowie im Vereinssaal sein Nachtlager einrichten. Einige unserer Korona zogen es aber vor, am Freitagabend das Zelt auf der großzügigen Wiese aufzuschlagen.

Der anliegende Schilfbereich ließ Ungemach in Form von Mückenschwärmen erwarten. Mit Einbruch der Dämmerung fielen auch die stechenden Plagegeister in Scharen über uns her. Die schnell in Brand gesetzten Zigarren und Rauchstäbe verschafften uns ein wenig Abwehrkraft.

Unser lieber Bergener Ruderaktivist bereicherte unser Frühstück mit frischen Brötchen. Wir konnten dann noch feststellen, dass RuderInnen des Ruderklubs "am Wannsee" sich bei ihrer Tour rund um Rügen im Haus einquartiert hatten. Bei den diesjährigen unbeständigen Wetterverhältnissen waren sie offenbar vom Pech verfolgt. Während unser VL Kalau bereits die Bootseinteilung vorgenommen hatte, rätselten die RaW – Ruderer noch am späteren Vormittag, etliche Kilometern vom Außenufer Rügens entfernt, wie denn wohl das Wetter und damit die Chancen für die Fortsetzung ihrer Tour werden würden.

Wolfgang Kalk rückte dann vier Gigzweier mit Steuermann heraus. Er war natürlich für den Samstag willkommener sachkundiger Begleiter. Ohne groß zu zögern ging unsere Tour in Richtung Lietzow los. Am Sonnenhaken warteten die ersten Mannschaften im Schutz des Schilfgürtels vor dem frischen NW-Wind auf die Nachzügler. Alle Mannschaften waren bald versammelt und der Wettergott öffnete ohne Vorankündigung sehr weit seine Schleusentore. Für die Steuerleute war keine Zeit sich eine schützende Pelle überzustülpen. Zum Glück war es relativ warm, für die rudernden Aktiven deshalb also kein großes Problem.

Der Damm bei Lietzow bildet die Barriere zwischen Großem und Kleinen Jasmunder Bodden. Wir legten etwa 500 m östlich der Schleuse an.

Wolfgang lotste uns dann zur Fischerplattform im Großen Jasmunder Bodden, nahe der Schleuse gelegen. Eine supergünstige Einkehrmöglichkeit mit natürlich frischen Fischgerichten sowie Bier vom Hahn. Sofern man Roland Kaiser zu den Prominenten zählen kann schimmerten so einige solche Autogrammbilder von der Imbissstubenwand. Also wohl doch nicht mehr der Geheimtipp. Aber wir hatten mit der Platzierung in der Wirtsstube Glück, so dass wir unsere durchfeuchteten Klamotten etwas Trocknung angedeihen lassen konnten. Nach ausreichender Stärkung ging unsere Tour mit kontrollierter Offensive dann Richtung Heimathafen. Als kulturellem Highlight für den Abend hatten wir uns den Besuch der Störtebekerfestspiele in Ralswiek auserwählt.

Nur bis 18.00 Uhr sollten die reservierten Karten abgeholt sein. Ein wenig Eile war somit doch geboten. Rainer konnte dann in seinem Van alle Besucher dorthin kutschieren. Einjeder war dann doch von der Kulisse und den ständigen Aktivitäten auf der Naturbühne angetan. Die Geschichte um Klaus Störtebeker hatte in diesem Jahr den Titel „Verraten und verkauft“. Eine Beziehung zu den nach der Wende errungenen Umgangsformen dieser Gesellschaft ist wohl nahe liegend. Ein genüsslicher Absacker am Bergener Bootshaus sorgte für eine geruhsame Nacht. Die Im-Haus-Schläfer kämpften mit Heerscharen von Mücken.

Für den sonntäglichen Rudertag waren Buchtelrudern auf dem Kleinen Jasmunder Bodden geplant. Wir hatten in Anbetracht der längeren ausgiebigen Fahrtauswertung am Samstag arge Bedenken, ob uns denn der Ruderkamerad Wolfgang Kalk als ortskundiger Begleiter zur Verfügung stehen würde. Die Überzeugungsarbeit zu Hause muss aber ausreichend gewesen sein, denn er stand frisch und munter rechtzeitig am Imbissplatz und hatte außerdem wiederum frische Schrippen im Gepäck. Im Uhrzeigersinn umkurvten wir bei frischem NW-Wind den Bodden.

Von Wolfgang wurden wir nach Kieckut, zu einem vermeintlich guten Anlegeplatz im Schilf geführt. Dieser erforderte aber das teilweise Tiefdurchwaten von Schlick und Schlamm. Trotz mehrmalig vorgetragener Bedenken behauptete Wolfgang aber, dass das die richtige Stelle wäre und die Wiesenkante eigentlich über dem Normalwasserstand liegt. Was blieb uns weiter übrig? Wir mussten dem ja glauben. Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir einen Imbissstand, der uns ein frisch zubereitetes Essen servierte. Zur Erfrischung dann wieder der Weg zurück durch Schlick und Schlamm. Die restlichen Kilometer zum Bootshaus waren schnell absolviert.

Die Fahrtteilnehmer danken dem Wanderruderwart Kalau für die Vorbereitung der Fahrt und den Bergener Ruderkameraden für die Gastfreundschaft. Der Kleine Jasmunder Bodden empfiehlt sich durchaus für ein Ruderwochenende. Wer jedoch den Großen Jasmunder Bodden und darüber hinaus Hiddensee / Ummanz erkunden will, sollte aber folgendes beachten:
Bei der Ortschaft Lietzow besteht eine Schleuse. Diese dient aber nur der Wasserregulierung für den Kleinem Jasmunder Bodden. Einen Schleusenwärter gibt es deshalb nicht, so dass man bei einer geplanten Weiterfahrt über den Großen Bodden in Richtung Hiddensee usw. vor logistische Probleme gestellt wird. Die nächste gute Anlegemöglichkeit im Kleinen Bodden, wo wir auch festmachten, befindet sich etwa 500 m östlich. Um dann übersetzen zu können, hat man etwa 1000 m die Boote zu tragen einschließlich der Querung der Bahnlinie und der stark befahrenen Bundesstraße 96. Ein beschrankter Bahnübergang sowie eine Ampelschaltung an der B 96 ermöglicht aber eine unkomplizierte Passage, vorausgesetzt, man bedient sich eines kleinen Bootswagens. Das Einsetzen am sandigen Ufer unterhalb der Burg Lietzow sollte dann keine Schwierigkeiten bereiten.
Dies sind aber auch schon Ideen des VL für das 7. Haff- und Boddenrudern im nächsten Jahr.
Kalau wird sicherlich mit der Ausschreibung dafür die eine oder andere Überraschung parat haben.

 

 

 

 

 

 

 

Bootshaus Bergen, vor dem Ablegen

 

 

 

Schleuse am großen Jasmunder Bodden

 

 

Fischerplattform

 

 

Naturbühne Ralswiek - Die Störtebekerfestspiele

 

 

Buchtenausrudern am Sonntag